Maria Paudler "Frau Käthe"

Teile 1 - 3 :
Margot (Karin Klinger geb. Andersen †), Gisela (Christiane Jansen), Herr Ottokar (Herbert Kiper †), Dr.Weskamp (Hubert von Meyerinck †), Frau Käthe (Maria Paudler †), Gast (Wolfgang Neuss †), Hein Daddel (Josef Sieber †), Fräulein Madler (Helen Vita †), Postbote (Herbert Weißbach †), Angela (Christiane König), Onkel Pankraz (Hans Nielsen †), Mans (Peter Tost), Frau Rehmann (Alexa von Porembsky †), Herr Holtmann (Tilo von Berlepsch †), Herr Pötz (Dirk Dautzenberg †), Ester Brandt (Ruth Lommel †), etc.

Teile 4 - 5 :
Die Zarin (Olga Tschechowa †), Anke (Jutta Speidel), Dr. Tiedemann (Franz Schafheitlin †), Kläuschen (Bernd Herzsprung), Sigrid (Giulia Follina), Wedderkopp Vadder (Henry Vahl †), etc.

Maria Paudler "Frau Käthe"

Beitragvon Tobias » Mo 30.Mai.2005 16:30

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Maria (Maria-Theresia) Paudler wurde am 20. Juni 1910 (nach anderen Quellen Juli 1903) als Tochter eines Architekten im böhmischen Tetschen-Bodenbach geboren. Zunächst besuchte sie eine Handelsschule, ließ sich später zur Näherin ausbilden und konnte dann ihre Eltern überzeugen, dass sie Schauspielerin werden wollte. Sie erlernte ihr Handwerk an der "Akademie für Musik und Darstellende Kunst" in Prag und gab anschließend 1927 ihr Bühnendebüt als "Gretchen" in Goethes "Faust" am Stadttheater in Aussig. Ein weiteres Engagement führte die junge Schauspielerin zurück nach Prag an das dortige Landestheater, wo sie unter anderem mit Alexander Moissi, Paul Wegener und Else Lehmann auf der Bühne stand, anschließend kam sie zu Leopold Jessner an das Berliner Staatstheater. Dort brillierte sie in zahlreichen klassischen Rollen, beispielsweise als "Eve" in Kleists "Der Zerbrochenen Krug" oder als "Franziska" in Lessings "Minna von Barnhelm".

Seit Anfang der 30er Jahre arbeitete Maria Paudler an verschiedensten Berliner Bühnen, trat am Wiener "Theater in der Josefstadt" und am "Deutschen Theater" in München auf. Ihr Repertoire war breit gefächert, reichte von schweren klassischen und modernen Rollen über das leichte Gesellschaftsstück und den Schwank bis hin zur großen Operette und sogar zum Kabarett.
Von Alexander Korda für den Film entdeckt, spielte sie erstmals in "Madame wünscht keine Kinder" (1926) eine kleinere Rolle, es folgten meist Hauptrollen in stummen Streifen wie "Der Jüngling aus der Konfektion" (1926), "Die Weiße Spinne" (1927), "Der Bettelstudent" (1927), "Dragonerliebchen" (1928) oder "Liebe im Schnee" (1929).

In ihren ersten Tonfilm "Oh Mädchen, mein Mädchen, wie lieb ich Dich" konnte man sie 1929 erleben, in den 30er Jahren folgten Filme wie "Der Korvettenkapitän" (1930), "Ehestreik" (1930) als Partnerin von Georg Alexander, "Der Falsche Ehemann" (1931) mit Johannes Riemann, "Sang viennois" (1931) mit Gustav Fröhlich, oder unter der Regie von Kurt Skalden, den sie später heiratete, "Liebe geht – wohin sie will" (1935) und "Junges Blut" (1936); zusammen mit Ewald Balser und Heli Finkenzeller stand sie für ""Ehe man Ehemann wird" (1941) vor der Kamera.
Bis Anfang der 50er Jahre wirkte sie dann in keiner Kinoproduktion mehr mit, das Kriegsende erlebte sie in der Tschechoslowakei, wo sie eine Zeit lang gefangen gehalten und erst auf Verfügung der Roten Armee befreit wurde; bereits im Herbst 1945 stand sie in "Pygmalion" wieder auf der Bühne.

Im Jahre 1949 schien ihre Karriere durch einen schweren Autounfall jäh beendet zu sein, zeitweise bestand die Gefahr der Erblindung und die Schauspielerin musste lange pausieren. Erst 1951 erlebte man sie in "Professor Nachtfalter" als Senora Almadez wieder auf der Leinwand, zwei Jahre später in "Keine Angst vor großen Tieren"; sie trat dann noch in den Filmen "Eine Liebesgeschichte (1954), "Ferien auf Immenhof" (1957) und "Grabenplatz 17" (1958) auf, danach beendete sie ihre Leinwandkarriere; ein Angebot nach Hollywood lehnte sie ab. Set den 50er Jahren leitete Maria Paudler ein eigenes Ensemble, mit dem sie auf Deutschland-Tournee ging; dabei trat sie nicht nur als Darstellerin auf, sondern bearbeitete und inszenierte auch Stücke wie "Pygmalion", "Im weißen Rössl" oder "Finden Sie, daß Konstanze sich richtig verhält?". 1964 glänzte sie in Heidelberg als "Virginia Woolf" und in Mannheim in "Frau Warrens Gewerbe", 1966 sah man die Charakterdarstellerin bei der Silvesterpremiere von Paul Osborns "Erinnerst Du Dich?" im Hamburger Künstlertheater. Sporadisch arbeitete sie auch für den Rundfunk oder das Fernsehen, so erlebte man sie unter anderem 1974 in dem TV-Spiel "Ay, ay, Sheriff" oder 1985 in der Serie "Polizei-Inspektion l".

Maria Paudler, die 1977 ihre Erinerungen unter dem Titel "…auch Lachen will gelernt sein" veröffentlicht hatte, verstarb am 17. August 1990 in München. Sie war war zweimal geschieden; in erster Ehe heiratete sie den Schauspieler Georg Czimag; nach der Trennung war sie mit dem Schauspieler Harry Liedtke liiert. Aus ihrer zweiten Ehe mit dem Regisseur Kurt Skalden stammte Sohn Norbert Skalden-Paudler, der sich das Leben nahm. Während ihrer langen Karriere als Schauspielerin erhielt Maria Paudler zahlreiche Auszeichnungen: So unter anderem 1968 einen "Goldenen Bambi", sie war Trägerin der "Adalbert-Stifter-Medaille" und 1982 überreichte man ihr das "Filmband in Gold" für Verdienste um den deutschen Film.
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