Von nun an ging's bergab....

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Von nun an ging's bergab....

Beitragvon Ethelbert© » Sa 30.Aug.2008 20:20

http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Filmgeschichte

Warum wurde kein weiterer Immenhof-Film mehr in den 1950er Jahren gedreht? Die Antwort gibt die Wikipedia. In den 1950er Jahren bis 1957 war das deutsche Kino auf seinem absoluten Höhepunkt. Danach ging es unaufhaltsam bergab mit dem deutschen Kino.

Man schaue sich einmal die Kinobesuchszahlen zwischen 1955 und 1957 an (also den „Immenhof-Jahren“). 1956 war das deutsche Kino auf seinem absoluten Höhepunkt mit 817 Millionen Besuchern. Im nachfolgenden Jahrzehnt bis zum Jahre 1967 ging die Zahl der Kinobesucher von 800 Millionen herunter auf 200 Millionen. Einfach unfassbar... ich wusste nicht, dass das deutsche Kino damals solche riesigen Probleme hatte.

Wahrscheinlich ist das auch der Grund warum man von den Immenhof-Darstellern später relativ wenig bzw. überhaupt nichts mehr gehört hat. Es waren wohl kaum noch Jobs für Kinoschauspieler dar.


Jahr / Filmbesuche in Mio. / Leinwände

1946 300,0 2.125

1947 459,6 2.850

1948 443,0 2.975

1949 467,2 3.360


1950 487,4 3.962

1951 554,8 4.547

1952 614,5 4.853

1953 680,2 5.117

1954 733,6 5.640

1955 766,1 6.239

1956 817,5 6.438

1957 801,0 6.577


1958 749,7 6.789

1959 670,8 7.085


1960 604,8 6.950

1961 516,9 6.666

1962 442,9 6.327

1963 366,0 5.964

1964 320,4 5.551

1965 294,0 5.209

1966 257,1 4.784

1967 215,6 4.518

1968 179,1 4.060

1969 172,2 3.739

Herzliche Grüße

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Beitragvon HaJoZan » Sa 30.Aug.2008 22:22

Hallo Ethelbert©!

Ich glaube, der Rückgang der Kino-Besucherzahlen hat etwas mit dem zeitgleichen Aufkommen des Fernsehens zu tun.
Das Kinosterben habe ich damals (Anfang der 1960er-Jahre) miterlebt.
Jahrelang gab es drei Kinos im Stadtteil, kurze Zeit später nur noch eins (wobei eins von den beiden stillgelegten Kinos vermutlich "warm" abgerissen wurde).
Nun denn ... von innen habe ich damals eh' nur einmal im Jahr das eine (übriggebliebene) Kino gesehen.

Gruß von HaJoZan
Oma Jantzen: "Dass einem die Leute immer mittags in die Suppe fallen müssen".
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Beitragvon Ethelbert© » So 31.Aug.2008 12:21

Du sprichst mir aus Seele, HajoZan. Ähnliche Dinge sind mir ebenfalls bekannt und es wundert mich, dass es doch noch in einigen wenn auch wenigen kleineren Orten die sogenannten „Dorfkinos“ gibt. Manche dieser kleinen Kinos leben wahrscheinlich mehr vom Idealismus der Besitzer als von der Wirtschaftlichkeit.

Es waren wohl kaum noch Jobs für Kinoschauspieler dar.

Es ist übrigens interessant sich in der Wikipedia oder hier: http://www.steffi-line.de/ die Biographien von Schauspielern aus den 1950ern insbesonders Heimatfilmdarstellern durchzulesen. Anfang 1960 war bei den meisten geradezu abrupt Schluss mit der Kinokarriere. Bei fast allen Stars der damaligen Zeit sind ab 1960 riesige Lücken in den Schauspieler-Biographien bzw. „Filmographien“. Das muss damals eine ziemlich schlimme Zeit für Schauspieler gewesen sein.


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Beitragvon Esther Brandt » So 16.Nov.2008 22:02

Ab 1960 gibt es irgendwie auch keine (gescheiten) Heimatfilme mehr - zumindest mir ist keiner bekannt.

Unter "Heimatfilm" verstehe ich allerdings auch genau das, was in den 1950er Jahren produziert wurde.

So würde ich z. B. die Immenhof-Teile 4 und 5 nicht in das Genre des Heimatfilms einordnen, eher unter "Klamauk", auch wenn sie ja *irgendwie* eine Fortsetzung darstellen (sollen).
Du denkst nicht! Aber ich, ich denke für uns beide!

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Beitragvon Andrea1984 » So 16.Nov.2008 23:23

Ich hab' da als Heimatfilm aus den 1960er Jahren u.a. "Vier Mädels aus der Wachau" anzubieten.

Nichts mit Ponyhotel und Abenteuer am See, dafür Romantik und Verwechslungen mit den zwei Zwillingspärchen an der Donau.

Bezüglich der 1970er Jahre fällt mir die Serie "Die Lümmel von der ersten Bank" ein. Und in den 1980er Jahren u.a. "Löwengrube" , die ja auch im Heimatfilm bezogenen Milieu spielt.

Für mich ist es egal, ob die Filme aus den 1950er Jahren oder später sind.

Hauptsache farbig. ;)
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Beitragvon Ethelbert© » Mo 17.Nov.2008 18:49

In den 1960er Jahren wurden noch Heimatfilme gedreht aber die grossen Erfolge blieben aus. Mit dem europäischen (nicht nur deutschen) Kino ging es rapide bergab. Ein bekannter Heimatfilm z.B. von 1965 war „Ruf der Wälder“ (die bekannte Krambamuli-Geschichte) mit dem damals noch seher jungen Terence Hill mit richtigem Namen Mario Girotti.
http://de.wikipedia.org/wiki/Terence_Hill

Man könnte die Verfilmungen der Ludwig-Thoma Geschichten (mit Hansi Kraus als kleinem Lausejungen) durchaus als „eine Art von Heimatfilm“ begreifen.

Der Heimatfilm ist aber niemals gestorben. Auch heute noch gibt es zahlreiche TV-Heimatfilme. Die sind zwar teilweise nicht nach meinem Geschmack... aber das Genre existiert immer noch. Es ist einfach nicht totzukriegen. Da können die armen Filmkritiker machen was sie wollen :lol:

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Beitragvon Esther Brandt » Di 18.Nov.2008 0:02

Ethelbert© hat geschrieben:Der Heimatfilm ist aber niemals gestorben. Auch heute noch gibt es zahlreiche TV-Heimatfilme. Die sind zwar teilweise nicht nach meinem Geschmack... aber das Genre existiert immer noch. Es ist einfach nicht totzukriegen. Da können die armen Filmkritiker machen was sie wollen :lol:




Ich nehme an, du meinst die Filme mit Hansi Hinterseer und Christine Neubert. Ja, die sind wirklich nicht nach meinem Geschmack... :lol:
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Beitragvon Andrea1984 » Di 18.Nov.2008 16:37

Hansi Hinterseer soll lieber Skirennen kommentieren oder singen. Das kann er besser als schauspielen. ;)

Christine Neubauer hat damals in der "Löwengrube" mitgespielt. Unter anderem zusammen mit Jörg Hube und Timothy Peach. Letzerer hat damals ihren Sohn gespielt; in neueren Heimatfilmen ist er als ihr Geliebter :shock: zu sehen.

"Die Siebtelbauern" und "Herbstmilch" fallen mir als Heimatfilme in diesem Jahrtausend ein. Beide sind tragisch und spannend, nicht romantisch.
Zuletzt geändert von Andrea1984 am Di 31.Jul.2012 22:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon jessie » Di 31.Jul.2012 21:08

Ich glaube es ist aufgrund der Moderne sehr schwer heute einen schönen Heimatfilm zu drehen, die Werte die damals zählten, zählen heute kaum noch.
Von diesen Pyjamas halte ich nichts, ich habe nie einen gehabt....
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